Zwischen dem Okavango im Nordosten und dem Kunene im Nordwesten des Landes liegt das Owamboland, Heimat nahezu 2/3 der Bevölkerung Namibias. Geologisch und geographisch gesehen ist diese Region ein Teil des immensen Kalaharisystems das von dem nördlichen Teil Südafrikas bis zum Kongobassin reicht.
Zentral im Norden gelegen befindet sich der Etoscha Nationalpark; mit einer Fläche von 22.270 km² ist er einer der größten Naturparks Afrikas. Die "Pfanne", eine 5000km² große flache Depression verleiht dem Park seinen Ruhm, Namen und Außergewöhnlichkeit. Eine Reihe von Wasserstellen entlang der südlichen Ecke der Pfanne lädt zu eindrucksvollen Wildbeobachtungen ein. In außergewöhnlich guten Regenjahren wenn die Fluten die Ebenen des Owambolandes füllen, erhält auch die Etoschapfanne Wasser.
Nordwesten :
Damaraland und Kaokoland:
Beherrscht von zerklüfteten Bergketten und steilen Gebirgen zwischen unfruchtbaren Tälern, verbrannt von der unbarmherzigen Wüstensonne lebt ein bewundernswertes Wüstenvolk, die Himbas. Das Koakoland ist die am wenigsten besuchte und am schwersten zugängliche Region. Mit einer Reichweite vom Brandberg bis zur Namibwüste und zum Kunene, angrenzend an Angola, beläuft sich das Gebiet etwa auf 50.000km². Das Gebiet süd- und südwestlich von Sesfontein bis zum Brandberg ist als Damaraland bekannt, gehört aber zum Kaokoland. Die rinderzüchtenden Himbas ziehen nach wie vor ungehindert über die weiten Hochebenen auf der Suche nach Weideland.
Makalani Palmenwälder umgeben die Ufer des Kunene und spenden Schatten an den zahlreichen Naturquellen entlang der sanft rollenden Hügel des zentralen Plateaus. Nach einigen heftigen Regenfällen wird das Tal des Marienfluß zur Zuflucht für riesige Herden von Oryx Antilopen, Hartmanns Zebras und, kaum zu glauben, Elefanten. Der Kunene Fluß bildet auf seinem Weg zum Atlantik spektakuläre Wasserfälle wie z.B. die Ruacana und Epupa Fälle.
Nordosten:
Kaprivi:
Der 450km lange Kaprivistreifen im Nordosten Namibias ist ein Überbleibsel der Kolonialpolitik. Benannt nach dem Graf von Kaprivi, Kanzler Prinz Bismarcks Nachfolger. Die englische Krone hat diesen Streifen 1890 gegen Sansibar und Uganda, welches zum deutschen Schutzgebiet gehörte, getauscht. Der Kaprivi ist Namibias einzige vorwiegend tropische Region und vier der sechs permanent wasserführenden Flüssen fließen durch diesen Korridor: Der Okavango, der Kwando, der Chobe und der Sambesi.
Kavango:
Der Okavango ist sicherlich eines der letzten noch existierenden wahren afrikanischen Naturparadiese. Bevor er unter den riesigen Sandmassen der Kalahari verschwindet, breitet er sich in das riesige Okavango Delta mit ca. 15.000km² aus. Der Okavango und das Okavango Delta beheimatet einige seltene Tierarten wie die Sitatunga Antilope oder die Kap Jagdhunde. Das langsam aber stetig nachfließende Wasser bildet faszinierend verwickelte Papyrus Labyrinthe. Wasser Hyazinthen und massiger Palmenbewuchs zeichnen die alten Wanderwege der Elefanten.
Buschmannland:
Im Nordosten liegt eine der am wenigsten erforschten Regionen des Landes: Das Buschmannland, mit Tsumkwe als seine Hauptstadt beheimatet mehr als 15.000 Buschmänner. Es ist noch gar nicht so lange her als die San (Buschmänner) ein noch viel größeres Areal zum Jagen und Sammeln bewandert hatten. Viele traditionelle Riten dieser Jäger- und Sammlergemeinschaft sind noch erhalten und ein Besuch des Khaudum Wildparks gibt einen Einblick in das Leben dieses interessanten Volkes. Khaudum ist eine stark bewaldete Wildnis die nur mit Allrad angetriebenen Fahrzeugen erkundet werden sollte.