Das südliche Namibia präsentiert eine der spektakulärsten Landschaften des gesamten Landes, mit botanischen Phänomen, faszinierenden Felsformationen und einer Ruhe welche die Seele sanft zu massieren scheint.
Zwischen der östlich angrenzenden, trockenen Kalahari Savanne und dem westlichen Teil der Namib Wüste liegt der Fishriver Canyon, den man als das geografische Geschichtsbuch der Erde beschreiben kann.
Von einem 5 Billionen Jahre alten Gneis, auch Bogenfels genannt, bis hin zu etwas jüngeren, 20.000 Jahre alten Ablagerungen, erzählen Inselberge, Terrassen und große offene Flächen ihre eigene Geschichte.
Nachdem 1907 die ersten Karakulschafe aus Zentralasien nach Namibia gebracht wurden, ist Aufzucht, Hege und Handel dieser Schafe zum vorrangigen Landwirtschaftszweig dieser Region geworden. Hier produzierte, hochwertige Karakulpelze, auch genannt Swakara, sind berühmt und beliebt bei internationalen Pelzhändlern und -verarbeitern. Karakulwolle wird von hiesigen Webern zu aufwendigen und teilweise ungewöhnlich farbenfrohen Teppichen verwebt.
Auch Straußenfarmen haben sich vor allem hier in den letzten Jahren weit verbreitet und erfolgreich durchgesetzt.
Der Namib Naukluft Park mit einer Größe von 50.000km² ist das abwechslungsreichste Naturschutzgebiet in Namibia. Der Park schließt Naturschauplätze wie das Sossus Vlei, Sesriem, Welwitschia Trail, Sandwich Harbour, Naukluft Berge und den Kuiseb Canyon ein. Als Wildpark deklariert gibt es hier nur spärlich angelegte und ausgestattete Campingplätze nebst einigen Privatanbietern die Übernachtungsmöglichkeiten anbieten.
Eines jeden Fotografen Traum ist das weltweit berühmte Sossus Vlei mit seinen riesigen Wanderdünen. Entstanden durch starke und ständig wechselnde Winde, erreicht die höchste dieser monumentalen Dünen eine Höhe von 325 Metern. Der Tsauchab, an dessen Nordufer sich die höchsten dieser Dünen finden, mündet direkt im Sossus Vlei. In guten Regenzeiten füllt er die Pfanne und das Vlei verwandelt sich zu einem Paradies für Flamingos und andere Wasservogelarten.
Den Eingang zum Sossus Vlei Park bildet der Sesriem Canyon. Entstanden durch Jahrhunderte von Erosionen, welche tiefe Kerben in die Landschaft gegraben und somit eine ca 1 km lange, schmale Schlucht gebildet haben. Am Fuße der Schlucht befinden sich 30-40m tiefe Einschnitte die sich in der Regenzeit mit Wasser füllen und dieses speichern.
Die riesigen, massiven Gesteinsformationen in den Namib Naukluft Bergen sind eines jeden Geologen Traum. Die horizontal gefalteten Gesteinformationen, durchzogen mit Quarz- und Dolomit- Einlagerungen, bilden und ein gigantische symmetrische Augenweide.
Das Ai Ais Erholungsgebiet mit seinen heißen Quellen, der Fishriver Canyon und die Huns Berge wurden 1989 zu einem Naturschutzgebiet mit einer Fläche von 346.117 Hektar zusammengefaßt - die Gründung des Fishriver Canyon Park. Die Hauptattraktion ist die isolierte und "außerirdische" Landschaft, reich an Xerophyten (Fettpflanzen) wie z.B. der "Halfmens" und der "Elefantenrüssel".
Erosion hat über mehrere hundert Millionen Jahre den Fishriver Canyon (160 km lang, 27 km breit und 550m tief) zur zweitgrößten natürlichen Schlucht Afrikas geformt. Auf den rauhen steinigen Flächen wachsen wasserunabhängige Succulenten wie z.B. der Köcherbaum. Da der Fluß meistens, wenn auch unregelmäßig, Wasser führt findet man kleine Tümpel in dem gelbe Grossmaulfische, Welse, Karpfen und Talapias leben. Paviane, Klippschliefer, Erdmännchen und Klippspringer kann begegnen einem häufig im Canyon und auch die Präsenz von Leoparden und Bergzebras ist in Form von Spuren an den Wasserlöchern eindeutig zu sehen.
Der 90 km lange Fisch Fluß Wanderweg ist bekannt als einer der herausforderndsten im südlichen Afrika und dauert 4-5 Tage. Unterkünfte stehen bei Ai Ais und für Camper am Hobas Camping Platz zur Verfügung.
Kolmanskoppe liegt 20 km südöstlich von Lüderitz, eine Küstenstadt am Rande der Namib Wüste die 1908 während des Diamantenfiebers erbaut wurde. Über einen Zeitraum von nur 40 Jahren lebte, florierte und starb Kollmanskoppe. Die Ruinen der Geisterstadt, langsam aber sicher zerfallend und von Sanddünen verschluckt, spiegeln eher bescheiden Ruhm und Reichtum vergangener Zeiten wieder. 1980 wurden einige der alten Gebäude von der Minengesellschaft Namdeb renoviert und ein Museum gegründet. Die Geisterstadt ist eine Attraktion mit Atmosphäre und unbedingt einen Besuch wert.
Rund 72 km südwestlich von Maltahöhe, zwischen den "Rollenden Roten Hügeln liegt das Schloß Duwiseb, solide aus roten Sandsteinen gebaut, mit seinen Schießscharten und Wachtürmen. Der legendären Baron von Wolf errichtete das historische Bauwerk für seine amerikanische Frau Jayta. Fertiggestellt im Jahre 1909, ist das Schloss heute zur Besichtigung frei gegeben. Die vorwiegend noch originale Inneneinrichtung mit Möbeln, Kunstwerken und Waffen aus dem 18'ten und 19'ten Jahrhundert können hier bewundert werden.
Ein sehr beliebtes Revier für Hobby- und Profifotografen ist der Köcherbaumwald auf der Farm Gariganus, 14 km nordöstlich von Keetmanshoop. Gegenüber des Köcherbaumwaldes liegt der "Giants Playground" (Spielplatz der Riesen), mit eindrucksvollen durcheinander liegenden massiven Doleritfelsbrocken.